NEU am Ev. Fröbelseminar! Qualifizierung zur Fachkraft zur pädagogischen Mitarbeit in Kindertageseinrichtungen (FPM)

Ab 2024 bietet das Ev. Fröbelseminar der Diakonie Hessen die Qualifizierung zur Fachkraft zur pädagogischen Mitarbeit in Kindertageseinrichtungen gemäß § 25b HKJGB an.

Die Qualifizierungsmaßnahme umfasst einen Umfang von 160 Stunden; die in Anlehnung an die Erzieherinnen- und Erzieher-Ausbildung am Ev. Fröbelseminar von Fachdozentinnen und -dozenten unterrichtet werden.

Der 2. Kurs startet am 29. August 2024 in Kassel.

Weiterführende Informationen zum Ablauf, zu den Inhalten der Qualifizierung und zur Online-Anmeldung finden Sie hier.

Politik trifft PiA-Studierende

15.02.2023

Auch für Bündnis 90 / Die Grünen ist das ein hochaktuelles Thema. Um sich vor Ort ein Bild über die anspruchsvolle Ausbildung zu verschaffen und in einen direkten Dialog mit Studierenden und Lehrkräften zu Chancen und Herausforderungen – speziell der praxisintegrierten Erzieher*innen-Ausbildung – zu treten, besuchten der hessische Landtagsabgeordnete und Obmann im Ausschuss für Soziales & Integration Felix Martin und Dr. Ulrich von Nathusius, schulpolitischer Sprecher der Grünen im Kreistag, die sozialpädagogische Ausbildungsstätte in Korbach.

Nach einer Einführung durch PiA-Koordinatorin Stefanie Müller in die Struktur des diakonischen Hauses und die verschiedenen Ausbildungsangebote zu staatlich anerkannten Abschlüssen – die am Standort Korbach derzeit nahezu 300 Schüler*innen und Studierende wahrnehmen – wurden offen Probleme angesprochen, die den Schulbetrieb erschweren und daraus Wünsche an die Politik formuliert.

Konkret ging es dabei unter anderem auch um die Zugangsvoraussetzungen für die Sozialassistenz-Ausbildung. Im Land Hessen gilt hier ausschließlich die Mittlere Reife. „Damit gehen uns pädagogisch begabte Menschen verloren, die mit einem guten Hauptschulabschluss viele soziale Kompetenzen für den Beruf mitbringen“, machte Ramona Eva Möbius, Direktorin des Ev. Fröbelseminars, deutlich. Mit Blick auf andere Bundesländer, z. B. Bayern, das Hauptschüler*innen in einem derzeit laufenden Schulversuch die Ausbildung zum*r pädagogischen Helfer*in ermögliche, hoffe man, dass Hessen nachzieht und erweitert. „Gerade bei Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund oder auch jungen Müttern und Vätern ist der Bedarf an einer niedrigschwelligen sozialpädagogischen Ausbildung hoch. Und motivierte, engagierte Männer und Frauen braucht die Gesellschaft.“

Dozentin Sonja Gerdes berichtete, dass der Fachkräftemangel sich schon in ihrer Lerngruppe bemerkbar mache und die Auszubildenden die fehlenden Fachkräfte kompensieren müssten.

Zudem wurden Probleme bezüglich der Anbindung an den öffentlichen Nahverkehrs kritisch angesprochen. Dozentin Nadine Knipp: „Etliche Auszubildende, die aus allen Richtungen des Landkreises mit dem Nahverkehr ins Fröbelseminar kommen, haben Schwierigkeiten pünktlich um 8 Uhr in der Schule zu sein.“ Die Taktung der Busse, die vor dem Schulgebäude halten, sollte deshalb bei wenigstens einer Linie um einige Minuten verschoben werden. Von Nathusius bot diesbezüglich an, direkt mit dem NVV zu diesem Thema Kontakt aufzunehmen und nach Lösungswegen zu suchen.

Die Diskussionsrunde im Anschluss mit Studierenden der PiA-Ausbildung wurde von den beiden Politikern mit besonderer Freude begleitet. „In 2023 stellen wir 1.000 geförderte PiA-Ausbildungsplätze bereit – so viele wie nie zuvor. In Wiesbaden machen wir uns außerdem viele Gedanken, wie der Weg der praxisintegrierten Ausbildung weitergeht. Was läuft gut; was kann verbessert werden?“, so Felix Martin. Antworten bekam er von der aufgeschlossenen, diskussionsbereiten Lerngruppe 1.

So berichteten u.a. eine Fachabiturientin, ein gelernter Elektroniker, ein Jurastudium-Abbrecher über ihren Weg als Quereinsteiger in die PiA-Ausbildung.
Die enge Praxis-Theorie-Verzahnung, die unmittelbare Reflexion des in der Praxis Erlebten und das direkte Einbringen des in der Schule Gelernten am Praxisort sei der größte Vorteil dieser dreijährigen Ausbildung. „Da wir alle aus verschiedenen Arbeitsfeldern kommen – ob nun Kita, Grundschule, Förderschule, Jugendhilfe, heilpädagogische Wohngruppen oder Werkstätten – profitieren alle von den Erfahrungen der anderen“, berichtete eine Studierende.
Generell sei der Fachkräftemangel in den Einrichtungen ein großes Problem, noch schwerwiegender sei allerdings die oftmals fehlende Wertschätzung der Gesellschaft für den Beruf des*r Erzieher*in. „Wir sind keine ‚Kindergartentanten‘, die am Sandkisten sitzen und Kaffee trinken. Wir durchlaufen eine erstklassige Breitband-Qualifikation, sind qualifiziert ausgebildete pädagogische Fachkräfte im Sozial- und Erziehungsdient und leisten gute, verantwortungsvolle Arbeit.“